Ich hab‘ einfach keine Lust auf Sport 😩 – lerne intuitive Bewegung lieben

Trainingsplan

Als Kind konnten wir gar nicht genug von Bewegung bekommen. Von frĂŒh bis spĂ€t haben wir getanzt, geturnt und das bei jedem Wetter. Kein Baum war zu hoch und keine PfĂŒtze zu tief.

Doch was geschah dann? Warum wurde es ĂŒber die Jahre plötzlich immer mĂŒhsamer sich fĂŒr Sport zu begeistern? đŸ˜©

 

Ich verrat‘ es dir.

 

Uns ist ein natĂŒrliches Bewegungsverhalten angeboren. Als Kind folgten wir dem unaufgefordert. Weder die Erwachsenen mussten uns dazu motivieren wild im Kreis zu laufen, dem Ball hinterherzujagen oder freudig den neuen Roller, das Fahrrad oder die Rollschuhe auszuprobieren. Noch wir selbst zwangen uns zum Sport. Gedanken wie „Ich sollte heute aber noch mindestens 30 Minuten Sport machen“ hat kein Kind der Welt. Diese Gedanken kommen dann aber allmĂ€hlich mit den Jahren ..

Und genau mit diesen Gedanken befinden wir uns nun schon mitten im Dilemma. Irgendwann kommt der Punkt, an dem wir unseren Körper nicht gut finden wie er ist. Du erlegst dir ErnĂ€hrungsregeln auf und beginnst Sport zu machen um die gewĂŒnschte Gewichtsreduktion zu beschleunigen. Denk an diese Momente zurĂŒck. Was war dein damaliges Trainingsziel? Auf was hast du hingearbeitet? Wozu hat der Sport gedient?

 

Der Sport war dazu gedacht um dein Körperfett weg zu trainieren, dĂŒnner und straffer zu werden oder?

Deine Sportroutine wurde also zu einem weiteren DiĂ€ttool neben dem Einsparen von Kalorien, dem Verbot SĂŒĂŸes zu essen, dem Reduzieren von Kohlenhydraten, dem tĂ€glichen Wiegen von deinem Körpergewicht, womöglich sogar dem wiegen von Lebensmitteln. Was geschah mit deinem Bewegungsverhalten als die DiĂ€t scheiterte?(Achtung: nicht du scheiterst, keine DiĂ€t ist auf Dauer realisierbar! Ließ mehr dazu in diesem Beitrag.) Ich vermute es ging dir wie mir damals und wie vielen meiner Klientinnen, dein Bewegungsverhalten hat mit der DiĂ€t gestoppt. Du hattest einfach keine Lust mehr auf Sport. Warum auch? Das Ziel war ja das Abnehmen, das ist missglĂŒckt. Also auch kein Grund mehr fĂŒr Sport. Bis zum nĂ€chsten DiĂ€tversuch, wenn dann alles wieder von vorne beginnt.

 

Womöglich erahnst du schon, auf was ich jetzt hinaus will 😁

Wenn du Bewegung nur mit der Unzufriedenheit auf deinen Körper verbindest, wird es auf Dauer nicht klappen. Du nimmst dir dadurch selbst die Chance Bewegung als SelbstfĂŒrsorge zu erleben. Durch intuitive Bewegung baust du wieder Vertrauen zu deinen BedĂŒrfnissen auf, du empfindest richtige Freude beim Sport und bist auch nicht von SchuldgefĂŒhlen geplagt, wenn du mal ein Training auslĂ€sst oder auch fĂŒr lĂ€nger eine Pause einlegst.

 

Die Frage ist also nach wie vor: Wozu dient dir der Sport?

Ich helf‘ dir ein bisschen mit der Beantwortung dieser Frage 😊

Eine regelmĂ€ĂŸige Bewegungsroutine ist nicht nur gesund, sondern macht uns auch glĂŒcklicher und hilft uns zu entspannen.

Wenn dir das noch zu wenige Infos sind, dann ließ selbst wie Bewegung unsere Gesundheit unterstĂŒtzen kann:

 

  • Verbessert die Stimmung (Bewegung setzt Endorphine = GlĂŒckshormone frei)
  • Verringert das Risiko von Herzerkrankungen und Diabetes Typ 2
  • Erhöhtes Lustempfinden
  • Minimiert Stress & AngstgefĂŒhle (sowohl physisch, mental als auch emotional)
  • Verringert das Risiko von Osteopenie und Osteoporose
  • Erhöht die GehirnaktivitĂ€t, vor allem das Erinnerungsvermögen & verringert somit das Risiko an Demenz zu erkranken
  • Minimiert das Risiko von Herzinfarkt
  • Hilft dir deine Muskelmasse zu erhalten bzw. zu erhöhen, was sich positiv auf dein Sollkörpergewicht und auf deinen Bewegungsapparat auswirken kann (z.B. weniger RĂŒckenschmerzen)
Homeworkout

 Bewegung ist cool oder? 😍

 

Also, ĂŒberleg dir nun was DEINE GrĂŒnde sind fĂŒr Bewegung. Wenn du das richtige Mindset hast, also die richtige Motivation, die nicht mehr an die DiĂ€tmentalitĂ€t gekoppelt ist, wird es keine Frage mehr der Motivation sein ob du Sport machst oder nicht. Konzentriere dich darauf WIE du dich beim Sport fĂŒhlst und was dein Körper Unglaubliches zustande bringt.

 

Das sind meine 5 Tipps, fĂŒr dich um wieder aus Freude Bewegung zu machen:

  1. Fokus weg vom „Kalorien verbrennen“. Als erster Schritt auf deiner Reise zu einem intuitiven Bewegungsverhalten ist es ratsam dich zu fragen, warum du dich bewegst oder Sport treibst. Falls du Bewegung bisher immer als „DiĂ€t-Tool“ gesehen hast, dann kann es dir schwerfallen, Sport – Ă€hnlich wie das Essen – auf deine BedĂŒrfnisse abzustimmen. Überlege dir also, aus welchen anderen GrĂŒnden du dich gerne bewegst oder zumindest bewegt hast. Um dich bei diesem „Fokus-Shift“ zu unterstĂŒtzen, deinstalliere die SchrittzĂ€hler-App auf deinem Smartphone und lege die Smartwatch, zumindest wĂ€hrend der Bewegung, ab.
  1. Such dir Bewegung, die DIR Spaß macht. Wenn du viel auf Social Media unterwegs bist, wird dir suggeriert, dass du am besten Kraftsportler*in oder Yogi sein oder zumindest auf einen Halbmarathon hintrainieren solltest. Falls du eine der genannten Sportarten gerne machst, dann ist das natĂŒrlich super! Es ist aber auch in Ordnung, wenn du etwas ausprobierst und es dir keinen Spaß macht. Egal ob Schwimmen, Joggen, Radfahren oder bei lauter Musik in deinem Wohnzimmer tanzen – solange es dir Spaß macht, ist es die richtige Art von Bewegung.
  1. Mach Bewegung in deiner „Safe Space“. Wie im zweiten Tipp schon angemerkt, kann es sein, dass du dich lieber in deinen eigenen vier WĂ€nden bewegst. Vielleicht triffst du dich gerne mit einer Freundin fĂŒr eine lockere Laufrunde im Park oder bevorzugst kleine Studios. Wenn du Sport in einer Umgebung machst, in der du dich wohl und sicher fĂŒhlst, wirst du auch mehr Freude daran haben.
  1. Kein Sportzwang. RegelmĂ€ĂŸige Bewegung ist gut fĂŒr Geist und Körper. Zwanghaftes Sporteln und ĂŒbermĂ€ĂŸige Bewegung kann allerdings genau das Gegenteil sein. Bei der intuitiven Bewegung geht es genau wie beim intuitiven Essen darum, auf deinen Körper zu hören. Nach stundenlanger BĂŒroarbeit verspĂŒrst du vielleicht das BedĂŒrfnis, deinen ganzen Körper durchzuschĂŒtteln und zu bewegen. Wenn du dich aber schlapp fĂŒhlst und den Abend lieber auf der Couch verbringen wĂŒrdest, dann kann das durchaus ein Zeichen deines Körpers sein, dass er Pause braucht. Statt zu sagen „Ich muss heute noch joggen gehen“ probiere es mal mit „Wenn ich heute nach der Arbeit noch Lust habe, gehe ich joggen“. Du wirst merken, wie gut es tut, dir die Last von „ich MUSS“ von den Schultern zu nehmen. DemnĂ€chst kommt ein Beitrag zu diesem Thema. Stay tuned wenn dich das betrifft!
  1. Es kommt nicht auf deine Körperform an. Zugegeben, das ist eher eine Message als ein Tipp, die ich dir mitgeben möchte. Als ob gesellschaftliche Schönheitsideale nicht genug wĂ€ren, haben leider auch viele Sportarten ihre Ideale. Diese sind allerdings genauso unsinnig und sollten genauso wenig ernst genommen werden. Egal, welche Art von Bewegung dir Spaß macht; du kannst, darfst und sollst sie ganz unabhĂ€ngig von deiner Körperform und -grĂ¶ĂŸe ausĂŒben und Freude daran haben, was dein Körper alles leisten kann.

Wenn dich jetzt die Motivation packt und du einen Schritt in einen achtsamen Umgang mit deinem Körper wagen möchtest, ist eines noch ganz wichtig; sei nicht zu streng mit dir selbst. RĂŒckschritte sind sowohl beim Essen als auch bei der Bewegung Teil der Reise und dienen als Lernerfahrung. Meinen Klientinnen sag ich immer „es ist ein trial and error“, es gibt also kein richtig oder falsch, kein bestanden oder versagt. Ein intuitives Bewegungsverhalten ist wie die intuitive ErnĂ€hrung ein Prozess, der sich am Ende fĂŒr dich und deinen Körper mehr als bezahlt macht.

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2 Comments

  1. Liebe Andrea,

    ich war bei dir Klientin im PVZ-Schwechat – durch deine Motivation bin ich jetzt 20 kg leichter. Esse alles – aber halt mit Mass und Ziel.
    Bewegung fĂŒge ich immer in meinen Alltag ein: fahre mit dem Rad ins BĂŒro, bewege mich mit meinen Enkelkinder und wenn Zeit bleibt, gehe ich Yoga oder WS-Gymnastik.
    Deine Blogs helfen mir immer am Ball zu bleiben und so halte ich ohne irgend einer diÀt mein Gewicht.
    Danke dir ganz herzlich – bis auf bald
    Leopoldine Hulik

    Reply

    • Liebe Leopoldine,

      danke fĂŒr deine wertschĂ€tzenden Wort. Ich freu mich sehr, dass du deinen Weg gefunden hast und dich mit deinem Ess- & Bewegungsverhalten nun so wohlfĂŒhlen kannst – mach weiter so 🙂
      Ich versorge dich und die anderen Leser*innen sehr gerne weiterhin mit Tipps fĂŒr den Alltag.

      Alles Liebe,
      Andrea

      Reply

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